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Stand by me Teil I

Healy, 02.07.09 (Tim)

 

Stand by me ist ein Film über vier Jungs, die sich aufmachen, einen toten Jungen zu suchen. Gerüchte, der Junge habe beim Beerenpflücken einen Zug nicht bemerkt und läge nun irgendwo nahe der Gleise und der Gedanke von Ruhm für diejenigen, die ihn finden, treibt die vier vorwärts. Auf ihrer dreitägigen Reise zu der Stelle wo sie den Leichnam vermuten, rückt der tote Junge immer weiter in den Hintergrund. Vielmehr geht es um Freundschaft, Erwachsenwerden und eine Reise. Zu Fuß, im Sommer, gemeinsam durch Montana – ein Abenteuer.

Als sie nach drei beschwerlichen Tagen ihr Ziel erreichen, hat sich vieles verändert, sie haben sich verändert. Sie haben viel gemeinsam erlebt, haben sich gestritten, geprügelt, gefürchtet, gelacht, geträumt, gemeinsam Abenteuer bestanden.

Der Junge den sie fanden schlief nicht, er war nicht krank, der Junge war tot.

Ray Brower war ein Junge in ihrem Alter, als der Zug ihn erfasste und aus dem Leben katapultierte. Der Zug traf ihn mit solcher Wucht, dass es ihn aus den Schuhen gerissen hatte.

Mit gleicher Wucht trifft mich der Magic Bus.

Es ist der Bus in dem Christopher McCandless gestorben ist, nachdem er 112 Tage allein in der Wildnis Alaskas gelebt hat.

Christopher McCandless war ein Junge in unserem Alter als er im August 1992 starb.

Zwei Jahre vorher hatte er sein College mit Auszeichnung abgeschlossen, als er beschloss, sein Leben, wie er es bisher gelebt hatte, aufzugeben. Seit diesem Zeitpunkt hat er nie wieder ein Wort mit seinen Eltern gesprochen. Er verachtete sie für ihr Leben, seinen Vater weil er seine Mutter betrog und seine Mutter weil sie es ertrug.

Er enthielt ihnen sein Leben vor, sorgte dafür, dass sie nichts von ihm erfahren und ihn nicht finden konnten. Er änderte seinen Namen in Alexander Supertramp und reiste zwei Jahre durch die USA. Das Geld von seinem Stipendium verschenkte er an die Wohlfahrt. Als sein geliebtes Auto, mit dem er zuvor schon durch das ganze Land gefahren war, bei einer Überschwemmung verloren ging, machte er sich zu Fuß auf, was ihm sogar noch besser gefiel.

 

Die Umstände unter denen Chris sein Leben verlor sind nicht zweifelsfrei nachvollziehbar.

Klar ist nur, wenige Tage nach seinem Tod wurde er von drei Jägern gefunden.

Er war nicht der Erste der in Alaskas Wildnis umgekommen war und nach ihm sind weitere gestorben. Sein Tod war nur eine Randnotiz in einer Zeitung aus Anchorage. Doch die Rückmeldungen und anschließende Kontroverse zu dem Artikel veranlassten seinen Autor Jon Krakauer zu weiteren Nachforschungen. Krakauer war bei früheren Bergbesteigungen in Alaska dem Tod nur knapp entkommen, was ihn nicht hinderte neue, noch waaghalsigere Abenteuer zu planen. Bei seinen Nachforschungen stieß Krakauer auf Menschen, die Chris auf seiner Reise getroffen hatte und entdeckte Parallelen zu seiner eigenen Jugend.

In der teilweise kurzen Zeit, die sie Chris gekannt haben waren viele zutiefst von ihm und seiner Entschlossenheit beeindruckt. Er war wohl ein eher zurückhaltender Mensch aber was er anpackte zog er mit vehementer Konsequenz durch und trat bis zu letzt dafür ein.

Mit immer weiterreichenden Nachforschungen ergab sich, zusammen mit den wenigen Briefen die Chris schrieb und einem Tagebuch das bei ihm gefunden wurde, ein posthumes Puzzle.

Eine Version dieses unvollständigen Puzzles kann in dem Buch „In die Wildnis“ von Jon Krakauer nachgelesen werden. Der gleichnamige Film von Sean Penn ist einer der besten die ich gesehen habe.

 

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