



Geplant spontan
Port McNeill, 16.08.09 (Susan)
Wie erkenne ich, dass ich wirklich bei meiner eigenen Reise angekommen bin? Dass das, was wir hier machen, nicht mehr verlängerter Urlaub oder das Abhaken von Sehenswürdigkeiten ist? Ich glaube, ich kann es zum Beispiel und unter anderem daran erkennen: Wir nehmen eine andere Straße, ändern die Richtung, werfen alle bisherigen Pläne über Board.
Da die Jahreszeiten wohl nicht unserem langsamen Reisetempo folgen werden, haben Tim und ich etwas für uns sehr Untypisches getan: Wir waren spontan. Naja, zugegeben, sooo spontan wie andere es sein können, nun auch nicht, aber für unsere Verhältnisse immerhin.
Wir sind sehr langsam unterwegs, langsamer als wir dachten. Und das obwohl wir uns
hier in Kanada/USA fast die ganze Zeit einen Mietwagen gönnen, wir bisher fast jede
Nacht woanders geschlafen und noch nicht viel Zeit an einem Ort verbracht haben.
Es ist schon Mitte August vorbei und wir sind immer noch in Kanada, müssen uns für
einige Dinge in den Inlands-
Um aber auch das südliche Argentinien und Chile möglichst mit zu einer guten Jahreszeit
mitzunehmen, müssen wir einen Sprung machen, haben wir uns gedacht, und vor einigen
Tagen – natürlich ganz ohne Hintergedanken – die Möglichkeit gecheckt, im November
von Los Angeles nach Santiago de Chile zu fliegen. Da gab es Flüge für lächerlich
kleines Geld. Für einen Flug der um die 8.000km lang ist! Kaum zu glauben. Nun, Spontanität
ist ja nicht ganz unser Soft Skill Nummer 1 und daher grübelten wir mal wieder. Würde
ein solcher Flug doch alle unsere Pläne, aus den USA heraus nach Mexico und von dort
nach Equador, Peru, Chile und Argentinien zu reisen, auf den Kopf stellen. Aber warum
eigentlich nicht? Wir können doch machen, was wir wollen, oder? Lass uns doch Südamerika
von unten aufzäumen um das Optimum an Jahreszeiten heraus zu holen. …Also sollen
wir? Wir dachten ein paar Tage auf unserem kleinen, unausgegorenen Plan herum, checkten
noch einmal Klimadiagramme und die Jahreszeiten-
Ich mach‘s an dieser Stelle kurz: Mitte November wird Traumweh in Buenos Aires aufschlagen und Südamerika in Angriff nehmen.
Reisen ist, alle Pläne über Board zu werfen.
