wpd110d0cd_0f.jpg
wp6e7d3f6a.png
wp23873e4b.png
wpb30db19d.gif
wpeefbd64f_0f.jpg
wpb2e38b01_0f.jpg
wp1bd72c7e_0f.jpg

Geplant spontan

Port McNeill, 16.08.09 (Susan)

Wie erkenne ich, dass ich wirklich bei meiner eigenen Reise angekommen bin? Dass das, was wir hier machen, nicht mehr verlängerter Urlaub oder das Abhaken von Sehenswürdigkeiten ist? Ich glaube, ich kann es zum Beispiel und unter anderem daran erkennen: Wir nehmen eine andere Straße, ändern die Richtung, werfen alle bisherigen Pläne über Board.  

Da die Jahreszeiten wohl nicht unserem langsamen Reisetempo folgen werden, haben Tim und ich etwas für uns sehr Untypisches getan: Wir waren spontan. Naja, zugegeben, sooo spontan wie andere es sein können, nun auch nicht, aber für unsere Verhältnisse immerhin.

Wir sind sehr langsam unterwegs, langsamer als wir dachten. Und das obwohl wir uns hier in Kanada/USA fast die ganze Zeit einen Mietwagen gönnen, wir bisher fast jede Nacht woanders geschlafen und noch nicht viel Zeit an einem Ort verbracht haben. Es ist schon Mitte August vorbei und wir sind immer noch in Kanada, müssen uns für einige Dinge in den Inlands-Staaten der USA fast schon ein bisschen ranhalten. Der Winter kommt bald in die Rockys, manche Straßen, die wir fahren wollen, sind nur bis Mitte September geöffnet und den Wüstenstaaten kann es nachts bald sehr, sehr kalt werden. Und dann wollen wir ja auch noch die Küstenstaaten unter die Lupe nehmen, haben beide unabhängig voneinander den Wunsch gehegt, in San Francisco evt. ein bisschen länger zu bleiben (zwei, drei Wochen?), weil uns die Stadt so vielversprechend und so wie für uns gemacht erscheint, wir ganz tief eintauchen wollen. Wir wollen alles sehen, was uns interessiert und von daher werden wir unser sechsmonatiges USA-Visum wohl auch wirklich ausschöpfen. Das ist uns vor ein paar Tagen klar geworden.

Um aber auch das südliche Argentinien und Chile möglichst mit zu einer guten Jahreszeit mitzunehmen, müssen wir einen Sprung machen, haben wir uns gedacht, und vor einigen Tagen – natürlich ganz ohne Hintergedanken – die Möglichkeit gecheckt, im November von Los Angeles nach Santiago de Chile zu fliegen. Da gab es Flüge für lächerlich kleines Geld. Für einen Flug der um die 8.000km lang ist! Kaum zu glauben. Nun, Spontanität ist ja nicht ganz unser Soft Skill Nummer 1 und daher grübelten wir mal wieder. Würde ein solcher Flug doch alle unsere Pläne, aus den USA heraus nach Mexico und von dort nach Equador, Peru, Chile und Argentinien zu reisen, auf den Kopf stellen. Aber warum eigentlich nicht? Wir können doch machen, was wir wollen, oder? Lass uns doch Südamerika von unten aufzäumen um das Optimum an Jahreszeiten heraus zu holen. …Also sollen wir? Wir dachten ein paar Tage auf unserem kleinen, unausgegorenen Plan herum, checkten noch einmal Klimadiagramme und die Jahreszeiten-Infos unserer geplanten Länder. Gestern Abend wollten wir einfach noch mal schauen, ob die Flüge noch immer so günstig sind und ob wir zuschlagen sollten. Doch…Verdammt! Ich hasse diese Flugsuchmaschinen, die scheinbar, wenn man eine Strecke mehrmals an verschiedenen Tagen absucht, einfach immer teurer werden. Von den supergünstigen Flügen keine Spur mehr. Wir bissen uns in den Hintern ob unserer Unspontanität, die Flüge waren nun fast doppelt so teuer. Verdammte Axt! Das gibt’s doch nicht! Grummel. Wie kann das denn sein? Wir ärgerten uns mächtig, schauten dann aber aus Spaß, was Flüge von L.A. nach Buenos Aires kosten sollen. Die Stadt stand zwar gar nicht unbedingt auf unserem Reiseplan aber von dort aus könnte man ja auch gut in den Süden Argentiniens starten… Ha, das ist ja unglaublich, es gibt Flüge für ganz schön kleines Geld! Also sollen wir vielleicht einfach unseren Plan noch mal ändern und…?

Ich mach‘s an dieser Stelle kurz: Mitte November wird Traumweh in Buenos Aires aufschlagen und Südamerika in Angriff nehmen.

Reisen ist, alle Pläne über Board zu werfen.

wp8d60b058.png
wp2ce2917d.png
wp3d5980b4.png